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Grundlagen zur Softwarestruktur

Die Struktur der Software wird im Verlauf der Textreihe im Detail dargestellt. Folgend geht es daher nur um die Grundstruktur und wie sich eine einzelne Person darin einbringen kann.

Da der Zweck der Software die Unterst├╝tzung von Prozessen der Bed├╝rfnisbefriedigung ist, m├╝ssen diese Bed├╝rfnisse (B-) nat├╝rlich vermittelt werden k├Ânnen. Jedes Bed├╝rfnis wird ├╝ber eine T├Ątigkeit befriedigt ÔÇô hier in der Grafik wird diese T├Ątigkeit ÔÇ×T1ÔÇť genannt. Zur Ausf├╝hrung der T├Ątigkeit T1 braucht es das Mittel (a) bzw., auf die T├Ątigkeit bezogen, M1a. Das Mittel M1a kann ├╝ber die T├Ątigkeit T1a1 verf├╝gbar gemacht werden.

Docusaurus themed imageDocusaurus themed image;

Wer f├╝hrt diese T├Ątigkeiten aus? Da wir uns in einer Struktur bewegen, in welcher Personen niemals ├╝ber andere Personen bestimmen d├╝rfen, kann die Zuordnung zu notwendigen T├Ątigkeiten nur durch die jeweiligen Personen selbst geschehen. Wir nennen das den Prozess der Selbstzuordnung [Anmerkung], welcher ├╝ber verschiedene Softwarefunktionen unterst├╝tzt werden soll. Die Kooperation selbst geschieht zwischen den Personen, welche die aufeinander bezogenen T├Ątigkeiten ausf├╝hren. Und an dieser Stelle angemerkt: Immer wenn von einer Person gesprochen wird, ist auch immer eine Gruppe damit gemeint. Ob eine Person alleine oder eine Gruppe gemeinsam sich in die Softwarestruktur einbringt, ist nicht relevant.

Das Konzept der Selbstauswahl im Rahmen des Commonings wurde besonders von Meretz/Sutterl├╝tti im Rahmen der ÔÇ×commonistischen StigmergieÔÇť eingebracht (z.B. Kapitalismus aufheben, S.178)

Bei den Mitteln, welche bei den jeweiligen T├Ątigkeiten verwendet werden, unterscheiden wir zwischen zwei Kategorien, wobei die Grenzen dazwischen flie├čend sind: Private Mittel und Gemeingut. Private Mittel sind Eigentum einer konkreten Person, welche ├╝ber deren Nutzung alleine bestimmen darf. Sie kann sich entscheiden, diese Mittel nur selbst zu verwenden oder sie kann Nutzungsbedingungen festlegen, in denen auch andere diese Mittel mitverwenden d├╝rfen. Je nachdem, welche Person sich daher einer T├Ątigkeit zuordnet, kann sich demnach auch unterscheiden, welche Mittel noch f├╝r diese T├Ątigkeit verf├╝gbar gemacht werden m├╝ssen.

F├╝r die soziale Form des Commons sind solche Eigentumsverh├Ąltnisse irrelevant, wenn auch bei privaten Eigentum die st├Ąndige Ausgrenzung durch die Eigent├╝merin droht. Anders ist das bei Gemeing├╝tern, auch wenn es sich hierbei um keine klare Kategorie handelt, die aber im vierten Teil der Textreihe n├Ąher aufgeschl├╝sselt werden soll. An dieser Stelle gehen wir verk├╝rzt davon aus, dass jedes Mittel, das ├╝ber eine T├Ątigkeit im Rahmen des Commonings verf├╝gbar gemacht wird, ein Gemeingut ist und niemand von dessen Verwendung ausgeschlossen wird.

├ťber die Verwendung von Commons k├Ânnen Absprachen und Regeln getroffen werden, sowie Sanktionen bei Regelverletzung und etwa Nutzungseinschr├Ąnkungen um zum Beispiel die ├ťbernutzung von Naturverm├Âgen zu verhindern. Dass niemand von der Verwendung Gemeing├╝tern strukturell ausgeschlossen ist, bedeutet f├╝r die Software, dass um jedes gesellschaftliche Mittel ein sozialer Prozess entstehen k├Ânnen muss, in welchem die Verwendung gekl├Ąrt werden kann. Dieser soziale Prozess muss durch entsprechende Kommunikationsfunktionen oder etwa die Transparenz von Absprachen unterst├╝tzt werden. Neben der Bed├╝rfnisvermittlung, der Selbstzuordnung, dem zur-Verf├╝gung-stellen von privaten Mitteln ist das Recht auf die Mitentscheidung zur Verwendung der zur Verf├╝gung stehenden Mittel die letzte grundlegende Handlungsm├Âglichkeit der Anwender und Anwenderinnen.