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Elinor Ostroms Designprinzipien

Folgend direkt zitiert aus Helfrich/Bollier, "Frei, Fair und Lebendig", S.317

Diese Prinzipien hat Elinor Ostrom bereits 1990 in ihrem Hauptwerk, Governing the Commons (Die Verfassung der Allmende), ver├Âffentlicht. In ihrer Nobelpreis- rede 2009 stellte sie eine gemeinsam mit Michael Cox, Gwen Arnold und Sergio Villamayor-Tom├ís pr├Ązisierte Fassung vor, die hier stichpunktartig wiedergegeben wird:

  1. Grenzen: Es existieren klare und lokal akzeptierte Grenzen zwischen legitimen Nutzern und Nicht-Nutzungsberechtigten. Es existieren klare Grenzen zwischen einem spezifischen Gemeinressourcensystem und einem gr├Â├čeren sozio├Âkologischen System.

  2. Kongruenz: Die Regeln f├╝r die Aneignung und Reproduktion einer Ressource entsprechen den ├Ârtlichen und den kulturellen Bedingungen. Aneignungs- und Bereitstellungsregeln sind aufeinander abgestimmt; die Verteilung der Kosten unter den Nutzern ist proportional zur Verteilung des Nutzens.

  3. Gemeinschaftliche Entscheidungen: Die meisten Personen, die von einem Ressourcensystem betroffen sind, k├Ânnen an Entscheidungen zur Bestimmung und ├änderung der Nutzungsregeln teilnehmen (auch wenn viele diese M├Âglichkeit nicht wahrnehmen).

  4. Monitoring der Nutzer und der Ressource: Es muss ausreichend Kontrolle ├╝ber Ressourcen geben, um Regelverst├Â├čen vorbeugen zu k├Ânnen. Personen, die mit der ├ťberwachung der Ressource und deren Aneignung betraut sind, m├╝ssen selbst Nutzer oder den Nutzern rechenschaftspflichtig sein.

  5. Abgestufte Sanktionen: Verh├Ąngte Sanktionen sollen in einem vern├╝nftigen Verh├Ąltnis zum verursachten Problem stehen. Die Bestrafung von Regelverletzungen beginnt auf niedrigem Niveau und versch├Ąrft sich, wenn Nutzer eine Regel mehrfach verletzen.

  6. Konfliktl├Âsungsmechanismen: Konfliktl├Âsungsmechanismen m├╝ssen schnell, g├╝nstig und direkt sein. Es gibt lokale R├Ąume f├╝r die L├Âsung von Konflikten zwischen Nutzern sowie zwischen Nutzern und Beh├Ârden [z.B. Mediation].

  7. Anerkennung: Es ist ein Mindestma├č staatlicher Anerkennung des Rechtes der Nutzer erforderlich, ihre eigenen Regeln zu bestimmen.

  8. Eingebettete Institutionen (f├╝r gro├če Ressourcensysteme): Wenn eine Gemeinressource eng mit einem gro├čen Ressourcensystem verbunden ist, sind Governance-Strukturen auf mehreren Ebenen miteinander ┬╗verschachtelt┬ź (Polyzentrische Governance).

Literatur: Elinor Ostrom: ┬╗Beyond Markets and States: Polycentric Governance of Complex Economic Systems┬ź, Nobelpreisrede vom 8. Dezember 2009, online verf├╝gbar unter: www.nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2009/ostrom-lecture.html.